PRINT – eine aussterbende Spezies?

«Print ist ausgerottet», diese Vorhersage wurde bereits 2007 getroffen. Aber auch 11 Jahre später ist Print nicht tot, dennoch hat sich das Bild in den Köpfen festgesetzt. Es ist eine Tatsache, dass immer weniger Menschen gedruckte Kommunikation lesen, doch wie sieht dann die Zukunft für Print aus?

Die derzeitigen Entwicklungen in der Medienlandschaft sagen keine rosige Zukunft voraus. Auflagen von gedruckten Zeitungen fallen, immer mehr Leser nutzen das digitale Angebot, Kunden sind nicht mehr so empfänglich für gedruckte Werbung und verbringen die meiste Zeit vor einem Bildschirm. Darüber erscheinen die vielen Vorteile der digitalen Kommunikation endlos. Wir fragen uns, warum die Kommunikation dann nicht völlig digital wird? Tja, das menschliche Gehirn funktioniert eben nicht wie eine Maschine, es kann zwar trainiert und manipuliert werden, jedoch wirkt eine Botschaft eher glaubwürdig, wenn sie mehrere Sinne anspricht. Das heisst, nur was wahrgenommen wird, kann auch Wirkung zeigen.

Selbst bei den Totengräbern der Print Kommunikation, wie die «Digital Natives» häufig bezeichnet werden, wird das Lesen auf Papier dem Lesen auf einem Display vorgezogen. Im Gegensatz zur digitalen Kommunikation kann Print nämlich mehrere Sinne auf einmal ansprechen.

Sehen: Qualität, Material
Hören: Rascheln des Papiers
Fühlen: Haptik des Materials, Struktur, Oberfläche, Dicke
Riechen: Papier, Druckfarbe, Dufteffekte

Gemäss Neurowissenschaftlichen Studien, entscheiden die Sinne bei wichtigen Angelegenheiten mit und können eine Reaktion beeinflussen. Print Sachen sind damit perfekt auf das menschliche Gehirn zugeschnitten. Denn je mehr Sinneseindrücke angesprochen und Markenerlebnisse generiert werden, desto eher wird ein Kaufabschluss erfolgen. Zwar werden dem Design, Bild und Text eine entscheidende Bedeutung zugeschrieben, oft wird dabei aber die Wirkung von Düften, Klängen oder fühlbarem unterschätzt. Der Mix aus diesen multisensorischen Erlebnissen, wird im Gehirn als Gesamtheit wahrgenommen und somit mit positiven oder negativen Gefühlen in Verbindung gebracht. Dieser Fakt, interessierte vor der Zeit des Internets niemand, denn Print war klassischerweise, das Mittel der Wahl um Kunden mit Werbebotschaften zu erreichen. Diese Alleinherrschaft ist seit einigen Jahren zwar vorbei, doch trotzdem können wir nicht völlig auf Print verzichten.

Wir sind überzeugt, dass sowohl online als auch offline ihre Daseinsberechtigung verdienen und vor allem im Mix wunderbar nebeneinander existieren, ja sogar voneinander profitieren können. Es wird eine zunehmende Vermischung oder besser gesagt Verschmelzung von Offline und Online geben. Entscheidend dabei ist, den Mut zu haben sich auf eventuell unbekanntes Terrain zu wagen und die Chancen zu erkennen.

Katarina Real, Geschäftsführerin von Magma Interactive

Blogbeitrag von:

Katarina Real
Inhaberin von Magma interactive

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